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Unkraut

Definitionen Unkraut

Für Unkraut gibt es mehre Bezeichnungen. Je nach Region oder philosophischer Betrachtung, wird es anders genannt. In der Schweiz sagt man Jät, oder um den Pflanzen einen gewissen Wert zu belassen, wird es von vielen auch als Beikraut oder Beiwuchs, Wildwuchs oder Wildkraut bezeichnet. Weitere Begriffe sind Kulturpflanzenbegleiter oder Begleitwuchs, der im Forst viel verwendet wird, um damit bewusst sowohl die negativen als auch positiven Nebeneffekte von Nicht-Nutzpflanzen im Wald zum Ausdruck zu bringen.

Gemeint ist aber letztlich immer dasselbe; Pflanzen, die dort wachsen, wo sie für uns nicht hingehören oder wir sie nur nicht haben wollen. Unkraut als ungewollte Begleitvegetation in Beeten oder anderen Kulturpflanzenbeständen, in Gartenanlagen oder auf Grünland. So kann ein und dieselbe Pflanze in einem Beet Kulturpflanze sein, in dem nächsten Unkraut. Das könnte man z.B. von Rucola sagen, der sich auf ihm zusagenden Böden so stark aussamen kann, dass er wie Unkraut wuchert und man ihn kaum anbauen muss. Für den einen ist die Brennnessel eine kultivierte Pflanze für Brennnesselspinat, an anderer Stelle ist sie Unkraut.

Je nach Region oder Klimazone gibt es verschiedenste heimische Pflanzen, die leider oft sehr viel besser angepasst sind an die jeweils vorhandenen Böden und das vorherrschende Klima, als die Kulturpflanze, die dort angebaut werden sollen. Diese Unkrautpflanzen wieder loszuwerden kann unterschiedlich schwer sein, je nachdem, wie gut die Unkrautpflanzen dort zurechtkommen bzw. wie schlecht die Kulturpflanzen an einem Standort klarkommen.

In Blumenbeeten oder Grünanlagen ist es oft ein ästhetischer Hintergrund, der für uns aus rein subjektivem Empfinden bestimmte Pflanzen als unerwünscht und unansehnlich werden lässt, und andere nicht. Dabei beschränkt sich der Begriff nicht allein auf Kräuter. Auch Sträucher, Bäume oder Gräser und Farne können Unkraut sein, sobald sie sich an der falschen Stelle aussamen und aufwachsen, wie z.B. der Holunder (Sambucus nigra) oder Ahorne (Acer), die sehr gerne in Hecken aufwachsen und dort meist nur sehr schwer wieder zu entfernen sind.

Schaden durch Unkraut

Neben der ästhetischen und damit rein subjektiven Betrachtung, die wir auf Unkraut haben, gibt es noch andere, wichtigere Gründe, die Unkraut zu einem Feind in Kulturflächen machen.

Unkraut erschwert oft die Bewirtschaftung von Flächen, indem sie Ernten verunreinigen. Das kann verunreinigtes Saatgut betreffen, als auch z.B. Heu, dass durchsetzt mit stacheligen und ungenießbaren Disteln oder giftigen Pflanzen, wie Rainfarn oder Herbstzeitlose, unbrauchbar wird

Zudem stellt Unkraut für die Kulturpflanzen ein Konkurrent dar, der in Bezug auf Licht, Wasser und Nährstoffe zu einer mitunter signifikanten Abnahme des Ertrages führen kann. Das geht bis hin zum Totalverlust, wenn bestimmte Kulturen im Unkraut regelrecht erdrückt werden, wie junge Bäume unter wildem Hopfen oder durch die Waldrebe (Clematis vitalba). Auch Getreide kann im Unkraut versinken.

Zuletzt sei noch die erschwerte Bewirtschaftung von Beeten und anderen Gartenflächen erwähnt, die durch das ein massenhaftes Auftreten verschiedener Unkräuter entstehen können, oder durch dichte und schwer zu vernichtende Wurzelgeflechte. So kann eine Pappel, besonders die Espe (Populus tremula) oder Graupappel (Populus canescens), in der Nähe eines Gartens, durch viele Ausläufer einen ständigen und lästigen Begleiter für den Gärtner darstellen. Oder die Quecken (Elymus), die durch ihre vielen Wurzeln dichte Polster bilden, die sich durch ein Zertrennen mit dem Spaten nur noch weiter vermehren.

Nutzen durch Unkraut

Da die Unkräuter heimischen Wildwuchs darstellen, der bestens an den jeweiligen Standort angepasst ist, kann das aber auch von Nutzen sein, wenn man den Wildwuchs richtig lesen kann.

Unkraut als Nutzpflanze und Zeigerpflanze

Viele sogenannte Unkräuter können auch sehr gut als Nutzpflanze gegessen werden, oder sie sind gleichzeitig ein Heikraut, oder eine Zeigerpflanze. Brennnessel zeigen z.B. stickstoffreiche, frisch-humose Böden an, die durchaus sehr gut für Gemüsebeete geeignet sind, während sie gleichzeitig auch eine gesunde Nutz- und Heilpflanze darstellen, die man essen kann. Ähnlich verhält es sich mit Giersch, der eine sehr gesunde Komponente in jedem Salat bildet. Desgleichen ist das Zinnkraut eine wertvolle Heilpflanze die uns gleichzeitig einen verdichteten Boden anzeigt, der für Kulturpflanzen erst noch aufgearbeitet werden sollte. Und Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), der vielerorts ein ungesehener Gast ist, weil er in Hecken und Rabatten immer wieder störend auftaucht, ist gleichzeitig aber eine wertvolle Heilpflanze und Lieferant von gesundem Holunderblütensirup und Fliederbeersaft.

Unkraut als Heilpflanze

Beinahe fast alle Arten von Unkraut sind zudem wichtige und wirksame Heilpflanzen, wie z.B. Ackerschachtelhalm oder Kamille, Brennnessel oder Spitzwegerich.

Unkraut für Pflanzenschutz in Beeten

Bestimmte Unkräuter fördern u.a. auch die Bodengare. Sie durchwurzeln den Boden zwischen den Kulturpflanzen oder schützen sie vor direkter Sonneneinstrahlung.

Einige Arten schützen durch ihre giftigen Inhaltsstoffe Kulturpflanzen auch direkt vor Schädlingen und fördern deren Wachstum, wie z.B. der Rainfarn von Kartoffeln geradewegs geliebt wird. So kann man Unkräuter nicht nur gewähren lassen, sondern sogar gezielt pflanzen.

Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung bieten Unkräuter Raubfliegen, Goldaugen oder Schlupfwespen und vielen anderen nützlichen Insekten Unterschlupf und Nahrung, solange keine Nahrung durch befallenen Kulturpflanzen zur Verfügung steht.

Wildkräuter sind oft wichtig für die Befruchtung von Kulturpflanzen, weil sie bestimmte Insekten anlocken oder ihnen Futter bieten, bevor oder nachdem die Kulturpflanzen blühen.

Unkraut als Erosionsschutz

Sie verhindern auf geräumten Feldern Erosion durch Wind und halten vor allem an Hängen, wie z.B. im Weinbau das Erdreich zusammen oder machen bewachsene Wege erst befahrbar.

Unkraut und Ökologie

Neben all diesen für uns nützlichen Effekten ist noch zu berücksichtigen, dass alle Unkräuter an ihrem angestammten Platz auch als wesentlicher Bestandteil des Ökosystems anzusehen sind, und dass die Pflanzen immer auch eine sinnvolle und wichtige Aufgabe in der Natur erfüllen. Es ist also nicht immer notwendig, überall „aufzuräumen“. Vögel, Igel und viele andere Tiere und vor allem Insekten, haben in solchen dichten Unkrautbeständen ihre Heimat und ihren festen Lebensraum.

Die Gesamtheit aller Unkräuter bildet zudem einen wichtigen Gen-Pool, der erhalten werden muss. Viele unsere heutigen Nutzpflanzen waren früher eigentlich Unkräuter gewesen und wurden durch Zucht erst nach einiger Zeit weiter entwickelt. Das gilt z.B. für Roggen, Rüben oder Feldsalat oder Rucola.

Unkrautsterben und Artensterben

Bereits ein Drittel der Ackerunkräuter Deutschlands gelten als regional gefährdet oder als ausgestorben. Darum wurden in mehreren Bundesländern in den 80er Jahren sogenannte Ackerrandstreifen-Programme eigeführt, die eine weitere Dezimierung verhindern sollten. Ziel war es, einen breiten Rand der Felder unbehandelt zu lassen, damit sich auf diesen Kornblumen, Mohn und viele andere Unkräuter ansiedeln und vermehren konnten. Die Landwirte, die daran teilnahmen, wurden dafür entschädigt. In den 90er Jahren und bis heute anhaltend, hat das Interesse daran bedauerlicherweise stark abgenommen, so dass man kaum noch Wildwuchs in den Randstreifen der Felder zu sehen bekommt. Die Situation der Pflanzenarten, die auf den Roten Listen der Segetalflora oder Ackerunkrautflora stehen, ist nach wie vor schlecht.

Der Rückgang der Pflanzenarten steht auch in direkter Verbindung mit dem Rückgang vieler Tierarten, da sich diese Tiere direkt von den Pollen, Wurzeln oder anderen Teilen dieser Pflanzen ernähren, oder bestimmte Pflanzengruppen Habitate bildeten, in denen Sie zu Hause waren. Auch die Zahl der Arten samenfressender Vögel hat abgenommen, da auch sie in unseren Monokulturen nicht mehr genug Nahrung finden können.

Um die Segetalflora oder Ackerunkrautflora besser zu schützen, wurde 2007 ein bundesweites Schutzackerprojekt installiert, das den Namen „100 Äcker für die Vielfalt“ trägt. Des Weiteren liegt eine große Hoffnung auf dem auf dem Vormarsch befindlichen Ökologischen Pflanzenbau. Die umgreifende Beliebtheit ökologisch produzierter Bio-Produkte unter den Vorgaben der Naturschutzstandards, kann hier sehr dem Schutz und dem Erhalt einiger Arten dienen.

Unkrautypen

Es gibt in Europa rund 650 Arten, die als Ackerunkräuter gezählt werden. Die Hälfte davon sind den Familien der Süßgräser, Kreuzblütengewächse, Korbblütler und Nelkengewächse zuzuordnen.

Die meisten Unkräuter zählen zu den einjährigen Pflanzen. Es sind „Samenunkräuter“, die sich vor allem durch Samen vermehren. Sie haben z.T. eine sehr kurze Generationsperiode, so dass sie über ein Jahr mehrere Generationen bilden können. Die Samenzahl ist dabei beträchtlich. Hirtentäschel z.B. kann bis zu 90.000 Samen je Pflanze bilden. Die Samen vieler Gattungen sind dazu in der Lage, im Boden über viele Jahre auszudauern. Diese Überlebensstrategie hat sich bislang sehr gut ausbezahlt.

Die andere Gruppe sind die Dauerunkräuter. Hier handelt es sich um ausdauernde Pflanzen, die mithilfe ihrer Wurzelsysteme wie Rhizome oder Pfahlwurzeln über mehrere Jahre leben und Reserven speichern. Sie können, wenn angegriffen bzw. abgefressen sehr leicht und schnell wieder regenerieren.

Zu diesen Arten gehören der Löwenzahn, Ackerschachtelhalm, die Ackerwinde und Acker-Kratzdistel sowie Giersch und Quecke, oder viele Arten des Sauerampfers.

Ackerunkräuter

Als Ackerunkraut wird vor allem jenes Unkraut bezeichnet, dass in der Landwirtschaft eine Rolle spielt. In Jahrtausenden des Ackerbau war man immer bestrebt, gegen Unkraut anzukämpfen, um die Erträge der Ernte sicherstellen zu können. Mit der modernen Landwirtschaft und ihrer hocheffizienten Unkrautbekämpfung durch gewaltige Maschinen und hochwirksamer Herbizide, die Unkraut in den verschiedensten Stadien der Entwicklung zu vernichten in der Lage sind, wurden viele Arten der Ackerunkräuter in ihrer Existenz an den Rand des Aussterbens gebracht, was negative Folgen für das Ökosystem hat oder haben wird. Gleichzeitig haben andere Unkräuter Resistenzen entwickelt, so dass vor allem in den USA heute schon tausende Hektar Ackerland nicht mehr nutzbar sind und aufgegeben wurden, weil es keine Mittel mehr gegen sie gibt und ein Anbau gewohnter Feldfrüchte keine Gewinn mehr einbringen kann.

Wurzelunkraut

Auch wenn fast alle Unkräuter vor allen durch vom Wind eingetragene Samen in den Garten gelangen, spricht man neben Samenunkräutern auch von sogenannten Wurzelunkräutern. Mit Wurzelunkraut meint man jedoch solche Arten, die vor allem dichte Wurzelnetze bilden und sich damit im Garten fest verankern, so dass man diese Gruppe besonders schwer wieder loswird.

Zur Gruppe der Wurzelunkräuter gehören allen voran Quecke und Giersch. Sie sind allgemein sehr schwer zu bekämpfen. Wie Sie daher einzelne Wurzelunkraut-Arten in den Griff bekommen können, finden Sie hier.
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Samenunkraut

Die Gruppe der Samenunkräuter umfasst keine zwingend miteinander verwandten Arten. Die Gruppe verbindet vor allem die Eigenschaft, sich besonders stark durch Samen zu vermehren, und das mitunter Explosionsartig. Einige Arten sind einjährig, andere ausdauernd. Viele blühen zudem schon kurz nach dem Keimen, wie z.B. die Butterblume, und übersäen den Garten in nur einem Sommer mit mehreren Generationen von Nachkommen.

Zur Gruppe der Samenunkräuter gehören Löwenzahn, Springkraut, Franzosenkraut und Vogelmire.

Kriechendes Unkraut

Zu dieser Gruppe gehören u.a. Ehrenpreis und Weißklee. Sie wachsen und verbreiten sich mittels Ausläufern, die sich über den Boden ziehen.

Die häufigsten Unkrautarten

Die meisten Unkräuter kann man relativ einfach anhand von Bildern in Wildpflanzenführern erkennen und bestimmen. Die Bestimmung erfolgt in erster Linie anhand der Blüten, aber auch durch andere Pflanzenteile, wie Blätter oder Stängel.

Ausdauernde Unkrautarten

Da diese Pflanzen meist über ein tiefwurzelndes Wurzelsystem verfügen, sind sie nicht so leicht aus der Erde zu bekommen. Nutzen Sie dazu die weiter oben genannten technischen Geräte zum Jäten. Ackerglockenblume (Campanula rapunculoides)

  • Brennnessel, Große (Urtica dioica)

  • Efeu-Gundermann (Glechoma hederacea)

  • Ehrenpreis, Fadenehrenpreis (Veronica filiformis)

  • Ferkelkraut, Gewöhnliches (Hypochaeris radicata)

  • Gänseblümchen (Bellis perennis)

  • Giersch (Aegopodium podagraria)

  • Sauerklee, Hornsauerklee, (Oxalis corniculata)

  • Huflattich (Tussilago farfara)

  • Knolliger Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus)

  • Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)

  • Löwenzahn / Pusteblume (Taraxacum officinale)

  • Quecke (Elymus repens syn. Agropyron repens)

  • Rotklee (Trifolium pratense)

  • Sauerklee (Oxalis corniculata)

  • Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

  • Scharfer Hahnenfuß, Butterblume (Ranunculus acris)

  • Wegerich (Spitz- und Breitwegerich) (Plantago lanceifolia, P. major)

  • Weißklee (Trifolium repens)

Einjährige / kurzlebige Unkrautarten

Man kann einjährige Unkräuter zumeist sehr einfach aus der Erde herausziehen, da sie anders als die ausdauernden Unkräuter über kein so ausgeprägtes und tief verankertes Wurzelwerk verfügen.

Am leichtesten lassen sie sich entfernen, wenn der Boden feucht ist, also nach dem Sprengen oder einem Regenschauer. Dann ist die Erde schön weich und die kurzen Wurzeln haben wenig Halt. Jäten Sie aber vor der Blüte, damit sich das Kraut nicht vorher noch aussamen kann.

  • Ackerehrenpreis (Veronica agrestis)

  • Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)

  • Bastard-Gänsefuß (Chenopodium hybridum)

  • Berufkraut, Einjähriges (Erigeron annuus)

  • Berufkraut, Kanadisches (Conyza canadensis syn. Erigeron canadensis)

  • Ehrenpreis, Dreiblättriger (Veronica triphyllos)

  • Ehrenpreis, Efeublättiger (Veronica hederifolia)

  • Ehrenpreis, Persischer (Veronica persica)

  • Erdrauch (Fumaria officinalis)

  • Franzosenkraut (Galinsoga parviflora und Galinsoga quadriradiata, syn. Galinsoga ciliata)

  • Frühlingshungerblümchen (Erophila vena)

  • Frühlingskreuzkraut, Frühlingsgreiskraut (Senecio vernalis)

  • Fuchsschwanz (Amaranthus retroflexus)

  • Gänsefuß, Weißer, Falsche Melde (Chenopodium album)

  • Gartenschaumkraut (Cardamine hirsuta)

  • Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris)

  • Hundspetersilie (Aethusa cynapium)

  • Jakobs Kreuzkraut (Senecio jacobaea)

  • Kamille, Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis)

  • Kamille, Echte (Matricaria chamomilla)

  • Kamille, Strahlenlose (Matricaria discoidea syn. Matricaria matricarioides, Chamomilla suaveolens)

  • Klebriges Kreuzkraut (Senecio viscosus)

  • Kleinköpfiger Pippau (Crepis capillaris)

  • Kletten-Labkraut, Klebkraut, Labkraut (Galium aparine)

  • Kohlgänsedistel (Sonchus oleraceus), matt

  • Kreuzkraut, Gemeines (Senecio vulgaris)

  • Malve, Wegmalve (Malva neglecta)

  • Malve, Wilde, Käsepappel (Malva sylvestris)

  • Melde, Falsche, Weißer Gänsefuß (Chenopodium album)

  • Melde, Gartenmelde (Atriplex hortensis)

  • Melde, Gemeine (Atriplex patula)

  • Raue Gänsedistel (Sonchus asper), glänzend

  • Reiherschnabel (Erodium cicutarium)

  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)

  • Sauerklee, Aufrechter (Oxalis fontana)

  • Schöllkraut (Chelidonium majus)

  • Stachellattich, Wilder Lattich (Lactuca serriola)

  • Storchschnabel (Geranium dissectum)

  • Storchschnabel, Kleiner (Geranium pusillum)

  • Storchschnabel, Weicher (Geranium molle)

  • Tagblume (Commelina communis)

  • Taubnessel, Rote (Lamium purpureum)

  • Vogelknöterich, Gewöhnlicher, Niederliegender (Polygonum aviculare subsp. depressum)

  • Vogelmiere, Sternmiere (Stellaria media)

  • Wolfsmilch, Gartenwolfsmilch (Euphorbia peplus)

  • Wolfsmilch, Springwolfsmilch, Wühlmauswolfsmilch (Euphorbia lathyris)

Geschichte des Unkrauts

Seit der Jungsteinzeit wird in Europa Ackerbau betrieben. Damals wurden Flächen manuell gerodet und bestellt und auch von Hand sauber gehalten. Die Äcker waren zudem stark mit Unkraut und Weidepflanzen durchsetzt. Es wurde nicht im heutigen Sinne gepflügt. Die Erde wurde vielmehr nur durch die Hakenpflüge der damaligen Zeit aufgeritzt so dass man dort einsähen konnte. Bis in die Bronzezeit hatte sich daran nicht viel geändert und auch im Unkrautbestand gab es nur bei wenigen Arten eine abnehmende Tendenz, so die Funde der Archäologen.

Viele der heutigen Unkrautarten, die für unsere Felder typisch sind, kamen mit dem Saatgut zu uns, das die Römer hier einführten.

Im Mittelalter kam die Dreifelderwirtschaft auf, die eine enorme Verbesserung des Ertrages zur Folge hatte. Es wurden Sommer- und Wintergetreide angebaut, und danach folgte eine Brache, die aber auch vom Vieh beweidet wurde. Auch das junge Getreide wurde beweidet, was dem Weizen z.B. keinen Schaden verursacht. Weizen, dessen Grün kaum höher als eine Handbreit war, sollte sich durch die Beweidung durch Schafe weiter verzweigen und mehr Frucht bringen. Neben der stärkeren Bestockung des Getreides wurde das Unkraut gleichzeitig zurückgedrängt.

Die Dreifelderwirtschaft wurde im 18. Jahrhundert durch den weiteren Anbau von Hackfrüchten verbessert, was auch den typischen Bestand an Unkraut veränderte. Es entstanden Hack- und Halmfruchtunkrautfluren.

Durch die moderne Landwirtschaft mit ihren effizienten Maschinen und Herbiziden änderte sich das radikal binnen weniger Jahrzehnte. Grundlage war das Öl, ohne das unsere Landwirtschaft nicht funktionieren könnte. Ein Barrel Öl (rund 160 Liter) liefern die Energie von 25.000 Arbeitsstunden eines Mannes – und man kann es für einen Dollar fördern. Durch diesen enormen Vorteil konnte das Unkraut verdrängt, der Ertrag enorm gesteigert und die Menschheit sich in nur 115 Jahren von rund 1,6 Mrd. Menschen um 1900 auf 7,3 Mrd. in 2015 fast verfünfachen.

Heute sind viele der bekannten Unkräuter an den Rand des Aussterbens gelangt, zum Teil gravierenden Folgen für das ganze Ökosystem. Schlimmer aber noch sind die immer stärker um sich greifenden Resistenzen verschiedener anderer Unkrautarten, gegen die es immer weniger Mittel gibt. Besonders durch den Anbau von durch Genmanipulation veränderter Feldfrüchte in den USA, die vor allem gegen das Herbizid Glyphosat resistent sein sollten, wurde der Einsatz dieses Herbizids extrem vereinfacht. Dies führte zu einem maßlos übertriebenen Verbrauch von bis zu zehn Mal mehr als üblich. Das wiederum führte zu verstärkten Resistenzen bestimmter Unkräuter gegen Glyphosat, dem lange Zeit wichtigsten Zaubermittel der modernen Landwirtschaft. Mit solchen Unkräutern verseuchte Flächen werden in den USA immer mehr. Schon heute sind es viele tausende Hektar Ackerland, die nicht mehr genutzt werden können und komplett aufgegeben wurden.

Unkrautbekämpfung

Währe den Anfängen, ist das wohl beste Rezept bei der Bekämpfung von Unkraut. Denn je eher Sie etwas gegen Unkräuter unternehmen, desto einfacher und schneller bekommen Sie diese in den Griff.

Welche Methoden es zur Bekämpfung von Unkraut gibt und wie Sie vorgehen können...
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Liste der wichtigsten Wurzelunkraut–Arten

Zu den häufigsten Wurzelunkräutern zählen vor allem folgende Pflanzen:

Acker-Kratzdistel  |  Ackerminze  |  Acker-Schachtelhalm (Zinnkraut)  |  Ackerwinde  |  Brennnessel  |  Giersch  |  Efeu-Gundermann  |  Günsel  |  Kriechender Hahnenfuß  |  Weißklee  |  Löwenzahn  |  Quecke  |  Wegerich (Spitz-, Weide- und Breitwegerich)  |  Zaunwinde

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