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Kohlweißling

(Pieris brassicae)

Wie erkennt und bekämpft man den Kohlweißling?

Der kleine Kohlweißling
Der kleine Kohlweißling

Schadbild | Biologie | Bekämpfung

Es kommen vor all zwei Arten vor: Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) und der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae). Beides sind Schmetterlinge, die der Familie der Weißlinge angehören. Wie der Name schon sagt, sind Kohlweißlinge weiß, vor allem der große Kohlweißling. Der kleine ist leicht grünlich-weiß.

Der Große Kohlweißling

Die Spannweite der Flügel misst bei dem großen Kohlweißling etwa 60 mm. Die Kohlweißlinge sind Tagfalter. Der Große Kohlweißling ist weit verbreitet und häufig. Er kommt vom Mittelmeer bis nach Skandinavien und Nordamerika vor.

Raupe des kleinen Kohlweißling
Raupe des kleinen Kohlweißling

Der Kleine Kohlweißling

Der Kleine Kohlweißling hingegen ist ein Kosmopolit der beinahe weltweit auftritt. Er wurde zusammen mit seinen Wirtspflanzen u.a. auch nach Australien und Nordamerika eingeschleppt. Er ist der in ganz Europa am meisten verbreitete Tagfalter.

Der Kleine Kohlweißling ist weiß bis weißlich-grün. Man erkennt sie aber deutlich an dem einen schwarzen Fleck, den sie auf den Flügeln tragen. Die Spannweiter des kleinen Kohlweißling beträgt etwa 40 bis 50 mm.

Schadbild vom Kohlweißling

Schaden durch den Kohlweißling an Kohlpflanzen
Schaden durch den Kohlweißling an Kohlpflanzen

Befallen werden vor allem Wirsing, Weißkohl, Rotkohl oder Zierkohl, Blumenkohl, Rosenkohl, und auch Speiserüben. Die Raupen der Kohlweißlinge, vor allem die des Kleinen Kohlweißling, fressen große Löcher in die Blätter ihrer Wirtspflanzen und fressen sich mitunter bis in die Herzen der Kohlpflanzen hinein. Zudem verschmutzen die Kohlweißling Larven ihre Wirtspflanzen mit Exkrementen. Die Pflanzen beginnen dann nach und nach zu verrotten.

Der Große Kohlweißling ist als Schädling von weniger großer Bedeutung, da vor allem nur die zweite Generation im Juli an Kohl Schaden anrichtet. Die Raupen des großen Kohlweißling fressen besonders an allen Kohlsorten (Brassica) aber auch an anderen Kreuzblütengewächsen und an Kapuzinerkresse.

Schaden durch den Kohlweißling an Kapuzinerkresse
Schaden durch den Kohlweißling an Kapuzinerkresse

Der Kleine Kohlweißling bevorzugt als Wirtspflanzen Kapern und andere Kaperngewächse (Capparaceae), Fuchsschwanzgewächse (Chenopodiaceae), Kapuzinerkresse und andere Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) und natürlich alle Kohlsorten und andere Kreuzblütler (Brassicaceae). Damit ist das Spektrum des kleinen Kohlweißling als Schädling sehr viel größer als das des Großen Kohlweißling. Besonders in der Landwirtschaft und im Gemüsebau ist der kleine Kohlweißling ein bedeutender Schädling. Der größte Schaden tritt meist im Juni auf zu dieser Zeit fressen sich die laufen in die Köpfe der Kohlpflanzen ein dabei kann es zu erheblichen wirtschaftlichen Schaden kommen. Aus diesem Grund müssen Bekämpfungsmaßnahmen vor allem sehr zeitig und effizient ausgeführt werden.

Biologie der Kohlweißlinge

Der kleine Kohlweißling auf Mangold
Der kleine Kohlweißling auf Mangold

Der Große Kohlweißling tritt von März bis Oktober auf. In diesem Zeitraum bildet er drei Generationen aus, von denen vor allem die zweite Generation Schaden an Kohl anrichtet. Die Weibchen legen in den Monaten Mai und Juni insgesamt rund 100 Eier in Nestern von 15 bis 20 Eiern an den Blattunterseiten der Wirtspflanzen ab, aus denen nach etwa 14 Tagen grün-gelbe Raupen mit schwarzen Flecken schlüpfen. Die Larven erreichen eine Größe von bis zu 50 mm. Die Raupen fressen gemeinsam in kleinen Gruppen solange sie jung sind. Mit zunehmendem Alter vereinzeln sie sich dann. Die Raupen besitzen eine deutliche Warnfarbe und eine auf Schwefelverbindungen basierende chemische Abwehr gegen Fraßfeinde.

Nachdem die Raupen des Großen Kohlweißlings etwa drei bis vier Wochen gefressen haben, beginnen sie sich zu verpuppen. Sie haben dann eine Größe von etwa 40 bis 50 mm erreicht. Späte Generationen überwintern auch als Puppe.

Der Kleine Kohlweißling bildet bis zu vier Generationen aus. Dieser Prozess zieht sich von April bis November Auf den kanarischen Inseln tritt er mitunter sogar ganzjährig auf. Die Weibchen legen ihre Eier im April und Juli ab. Die Eier werden einzeln an die Blattunterseite der Wirtspflanzen angeheftet. Der kleine Kohlweißling überwintert im Puppenstadium. Die Puppen hängen an Mauern oder Zäunen etwa 3 m über den Boden.

Die Raupen des kleinen Kohlweißling erreichen eine Größe von 20 bis max. 30 Millimeter. Ihre Farbe reicht von matt- bis hellgrün. Nach etwa einem Monat ist ihre Larvenentwicklung abgeschlossen. Auf den Flanken und dem Rücken weisen Sie gelbliche Streifen oder weiße Pigmentfarben auf. Sie sind zudem dicht und kurz behaart.

Bekämpfung des Kohlweißling

Raupe des Kohlweißling auf Kapuzinerkresse
Raupe des Kohlweißling auf Kapuzinerkresse

Sobald sie die ersten weißen Falter in Ihrem Garten entdecken, müssen Sie mit einem Befall rechnen. Achten Sie während und nach dieser Zeit vermehrt darauf, ob sie auf den Blattunterseiten der Kohlpflanzen erste Gelege entdecken können oder ob sich bereits Larven auf einigen Pflanzen finden lassen. Bei einem geringen Befall können Sie die Gelege einfach mit den Fingern zerquetschten oder bereits geschlüpfte Raupen absammeln.

Die einfachste und sicherste Methode ist die Prävention durch Anwendung eines Gemüseschutz-Netzes oder einem Vlies, mit dem Sie Ihre Kohlbeete abdecken. Bei großer Hitzeeinwirkung werden Sie es aber öffnen müssen, damit die Pflanzen nicht an Überhitzung leiden. Sie bekommen solche Netze oder fließe im Fachhandel.

Bei einem bereits eingetretenen stärkeren Befall können Sie auf biologische bzw. chemische Mittel zurückgreifen, wie folgt beschrieben:

Kohlweissling Schmetterlingauf Rucula
Kohlweissling Schmetterlingauf Rucula

Biologische Bekämpfung vom Kohlweißling

Nutzen Sie die natürlichen Feinde der Kohlweißlinge. Dazu gehören vor allem Vögel und Schlupfwespen. Es ist daher sinnvoll, die natürlichen Lebensräume dieser Tiere zu fördern und zu schützen. Achten Sie daher beim Schnitt von Hecken und Sträuchern auf die Vogelbrutzeit.

Pflanzen Sie viel in Mischkultur und halten Sie die Kohlbeete lieber klein. Mischen Sie in die Beete auch verschiedene Kräuter (s. Verträglichkeitstabelle Mischkultur). Insbesondere auf Kräuter wie die Blaue Lampionblume, Anis oder Beifuss reagieren die Kohlweißlinge allergisch. Diese Pflanzen dienen auch der Vertreibung anderer Schädlinge, wie zum Beispiel die Weiße Fliege.

Zur Bekämpfung der Kohlweißlinge kann "Raupenfrei" (von Neudorff) oder die Kohlweißlings-Schlupfwespe (Cotesia glomerata) eingesetzt werden.

Im Handel erhältlich ist auch das Bacillus thuringiensis, eine Bakterienart die auch in der Landwirtschaft gegen Schädlinge oder auch gegen Stechmücken eingesetzt wird. Es befällt die Larven und tötet sie ab. Man kann mit den Präparaten, die man im Handel kaufen kann, die Pflanzen einsprühen. Für andere Insekten ist das Bakterium unschädlich.

Chemisch Bekämpfung vom Kohlweißling

sollten alle biologischen Maßnahmen nicht greifen, so können Sie natürlich auf chemische Mittel zurückgreifen, die sie im Fachhandel erhalten. Dort erfahren Sie welche Mittel gerade zugelassen sind oder welche nicht eingesetzt werden dürfen. Beachten Sie dabei bitte aber die Karenzzeiten, also die Zeiten, bis die chemischen Bestandteile sich abgebaut haben, und die Pflanze zum Verzehr freigegeben werden kann.

Vorsicht! Die meisten der aktuellen Mittel basieren auf Pyrethrum bzw. Pyrethroiden.

Weitere Hilfe zum Pflanzenschutz

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