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Weiße Fliege

(Aleyrodoidea)

Wie erkennt und bekämpft man die Weiße Fliege?

Schadbild | Biologie | Bekämpfung

Je trockener und heißer es im Sommer wird, umso mehr tritt sie auf - die Weiße Fliege. An machen Pflanzen finden sich ganze Wolken kleiner weißer Fliegen, die aussehen wie winzige, nur 1 bis 2 mm große Schmetterlinge. Sie halten sich vor allem auf der Blattunterseite von Kohl und anderen Pflanzen auf. Bei Berührung fliegen sie in Scharen los.

Doch der Name täuscht. Die Weiße Fliege ist in Wirklichkeit gar keine Fliege und auch kein Schmetterling, sondern eine Verwandte der Schildläuse – sogenannte Mottenschildläuse (Aleyrodoidea). Daher leben, verhalten und vermehren sie sich auch wie Läuse.

Unter den 17 in Europa lebenden Mottenschildlaus-Arten gibt es einige Arten und Unterarten, die als Weiße Fliege bezeichnet werden, wie z.B. die Gewächshaus-Weiße-Fliege (Trialeurodes vaporariorum). Die Weiße Fliege ist bei uns eigentlich nicht heimisch gewesen. Sie wurde aber schon um das Jahr 1848 nach Europa eingeführt. Ihre Ursprungsland sind die warmen Zonen Amerikas.

Schadbild Weiße Fliege

Bei der Auswahl ihrer Wirtspflanze ist die Weiße Fliegen nicht besonders wählerisch. Sie saugt an Lebensmittelpflanzen wie Weißkohl, Grünkohl und Tomaten oder Basilikum genauso wie an Zierpflanzen, wie Fuchsien, Geranien. Das gesamte Spektrum umfasst 84 Pflanzenfamilien aller Arten von Gemüse und Zierpflanzen.

Sie erkennen einen Befall von Weiße Fliege an...

  • aufspringenden bzw. auffliegenden kleinen, weißen Fliegen

  • eventuell feinen Gespinsten auf den Blattunterseiten

  • weißen Punkten oder Fleckenmosaik an der Blattunterseite

  • einem fleckig und gelblich matt werden der Blätter

  • klebrigen Stellen unter den Blättern

Die Weiße Fliege findet man im Freiland sowie auch im Gewächshaus. Vor allem unter Glas kann sie große Probleme verursachen. Sie bevorzugt warme trockene Standorte. Aus diesem Grund tritt sie am häufigsten auf wenn es draußen heiß und trocken ist. Die von ihr befallenen Pflanzen werden matt sind gesprenkelt mit klebrigen und grauschwarzen Flecken. Die Blätter sehen bald sehr unansehnlich und unappetitlich aus. Je nach Stärke des Befalls scheinen die Blätter bald hart, trocken und spröde zu werden. Sie sind dann für einen Verzehr nicht mehr zu gebrauchen.

Biologie Weiße Fliege

Die Lebensweise der weißen Fliege ist ähnlich wie die anderer Läuse. Sie sitzen auf der Blattunterseite und saugen den Saft aus den Blättern heraus. Dabei benötigen Sie vor allem Eiweißstoffe und Aminosäuren. Der viele Zucker der sich im Pflanzensaft befindet, wird von ihnen nur zu Teilen benötigt. Der meiste Teil des Zuckers wird wieder ausgeschieden. Auf diese Weise kommt es wie bei anderen Läusen, zur Verklebung der Blattunterseite – der sogenannte Honigtau. Dieser Honigtau zieht später wiederum dann auch Sternrußtau an, einen Pilz, der sich in diesem klebrigen Zuckerelement sehr wohl fühlt und ansiedelt. Daher dann die schmutzig klebrig-schwarze Masse auf den Blättern.

Die Weibchen der Weißen Fliege legen in der warmen Zeit des Jahres ca. vier bis sieben Eier am Tag, und an kühleren Tagen etwa zwei Eier. Die Eier sind von gelbgrüner Farbe, länglich und etwa 0,1 mm lang. Sie werden an kleinen Stilen an der Unterseite der Blätter ihrer Wirtspflanzen angehängt.

Die weißen Fliegen durchlaufen vier Larvenstadien. Aus den Eiern schlüpft zunächst eine Larve die frei beweglich ist. Nach einer gewissen Zeit verfällt sie in drei weitere Larvenstadien, in denen sie allerdings unbeweglich auf der Blattunterseite der Wirtspflanzen angeklebt ist. Die Larven sind dort mit einer dicken Wachsschicht überzogen, durch die sie an Schildläuse erinnern. Im letzten Larvenstadium bildet die Weiße Fliege eine Puppe, die bereits in der Lage ist Nahrung aufzunehmen. Aus dieser Puppe schlüpft am Ende das erwachsene, geflügelte Tier. Der gesamte Entwicklungsprozess ist dabei von der Temperatur abhängig. Die weißen Fliegen schlüpfen etwa nach zwei Monaten Entwicklungszeit aus ihrer Puppe. Ist es warm, zum Beispiel um 24°C, benötigen sie für die gleiche Entwicklung nur einen Monat.

Während die Weiße Fliege in der 2. bis 4. Larvenform unbeweglich sind, kann man sie nur sehr schwer erkennen. Dreht man beispielsweise ein Blatt um, so bleiben die Larven fest sitzen, während die erwachsenen Tiere auffliegen. Die erwachsenen, geflügelten Tiere fliegen hingegen sprunghaft in großen Wolken und Schwärmen auf, sobald man die Blätter oder die Pflanzen nur leicht berührt. Das liegt daran, dass sie nicht nur fliegen, sondern sich auch mit Sprungbeinen wie Grashüpfer abstoßen. Jedoch halten sie sich nicht lange in der Luft auf, sondern kehren ziemlich bald wieder zu ihren Wirtspflanzen zurück.

Bekämpfung Weiße Fliege

Besonders in Wintergärten und Gewächshäusern vermehren sich die weißen Fliegen aufgrund der warmen und windstillen Verhältnisse sehr gern und oft ungestört. Der Grund liegt auch darin, dass es hier meist keine natürlichen Feinde für sie gibt. Öffnen Sie daher möglichst viele Fenster und lüften Sie stets kräftig und stoßweise durch. Das dient nicht nur der Abkühlung bei der im Sommer ohnehin vorherrschenden heißen Temperaturen unter Glas, sondern es öffnet auch Nützlingen wie den Schlupfwespen oder den Raubwanzen die Tore. Zudem kommen Marienekäfer, Florfliegenlarven, Spinnen und Schwebfliegen ins Glashaus, die ebenfalls die Weißen Fliegen bekämpfen. Zudem mögen die weißen Fliegen weder Frischluft noch kühle Windbewegungen. Sie bevorzugen Windstille, warme, bzw. heiße Orte. Allein mit zufliegenden Schlupfwespen oder Raubwanzen ist ein starker Befall mit weißen Fliegen natürlich nicht auszurotten. Aber nach einigen Jahren pendelt sich das Niveau auf einem natürlichen Stand ein.

Zur Bekämpfung der weißen Fliege kann man Schlupfwespen auch kaufen. Der Einsatz ist jedoch in erster Linie für die Bekämpfung unter Glas sinnvoll. Im Gewächshaus eingesetzt kann man die Tiere wenigstens im Schach halten.

Eine gute Wirkung gegen die Weiße Fliege erzielt man durch die Pflanzung von Blauen Lampionblumen. Diese Pflanze kann sowohl im Außenbereich eingesetzt werden, indem man sie zwischen die Kulturpflanzen pflanzt, als auch im Innenbereich in Kübeln gepflanzt für den Einsatz im Gewächshaus oder Wintergarten. Die Weiße Fliege verträgt die Duftstoffe der Blauen Lampionblume nicht und siedelt sich in ihrer Nähe nicht an.

...mehr dazu unter Blaue Physalis.

Sie können zudem Gelbfallen oder Gelbtäfelchen aufstellen. Bringen Sie diese in der unmittelbaren Umgebung befallener Pflanzen an. Die Mottenschildläuse fliegen darauf und bleiben kleben. Sie können auch nachhelfen, indem Sie die Pflanzen berühren und die Tiere so aufscheuchen, damit sie auf die Fallen fliegen.

Dem Befall einzelner Zierpflanzen, im Haus etwa, kann durch die Behandlung mit einer Seifenlauge entgegengetreten werden. Diese Methode ist jedoch nicht besonders effektiv, wenn es sich um Gemüse oder Gartenpflanzen handelt, insbesondere bei größeren Stückzahlen.

Zur Herstellung einer solchen Lauge nehmen Sie etwa 30-40 g Schmierseife oder ein Stück Kernseife das Sie in kleine Stücke zerhacken. Lösen Sie die Seife in etwa 1 l warmem Wasser auf und besprühen Sie die befallenen Pflanzenteile mit einer kleinen Spritzpistole oder waschen Sie diese mit einem Lappen ab. Nach etwa 1 Stunde eingewirkt Zeit können Sie die Seifenlauge mit Wasser wieder abwaschen. Bei gestopften Zimmerpflanzen ist dies am einfachsten indem sie diese in der Badewanne oder Dusche abbrausen. Achten Sie dabei aber darauf, dass keine Seifenlauge in das Erdsubstrat im Topf gerät.

Biologisch / Chemische Präparate

Helfen all diese Anwendungen dennoch nicht, so können Sie auf biologische und chemische Pflanzenschutzmittel (Insektizide) zurückgreifen, die sie im Fachhandel erhalten. Dort erfahren Sie welche Mittel gerade zugelassen sind oder welche nicht mehr eingesetzt werden können.

Produkte wie das Pflanzenschutzmittel Neem von der Firma Neudorf, zählen auch dazu. Das Mittel zeigt jedoch gegen die Weiße Fliege eine eher enttäuschende Wirkung. Beachten Sie beim Einsatz stärkerer biologisch/chemischer Mittel wie Pyrethrum bzw. Pyrethroide die vorgesehenen Karenzzeiten.

Vorsicht mit den aktuellen Mitteln, die auf Pyrethrum bzw. Pyrethroiden basieren.

...mehr dazu unter Pyrethrum / Pyrethroide

Weitere Hilfe zum Pflanzenschutz

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