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Ablaktion

Ablaktion (lat.) = „der Muttermilch entwöhnen“
Messer und Schleifsteine für die Veredelung - oben ein Okuliermesser, unten ein Kopuliermesser
Messer und Schleifsteine für die Veredelung
oben ein Okuliermesser, unten ein Kopuliermesser

Die Ablaktion ist eine weniger oft verwendete Veredlungsart für eher spezielle Anwendungsbereiche

Bei der Ablaktion wird das Edelreis auf-veredelt, es bleibt aber vorerst noch mit der Mutterpflanze verbunden. Erst wenn das Edelreis mit der Unterlage fest verwachsen ist, dann wird es von der Mutterpflanze getrennt.

Technik der Ablaktion

Bei der Veredlungstechnik der Ablaktion werden je nach Stärke der Triebe die Reiser und Unterlagen auf möglichst gleich Schnittflächengröße (etwa 3 bis 4 cm) im Rindenbereich angeschnitten und aufeinander gesetzt. Danach werden sie mit feinen, flachen PE- oder Gummibändern verbunden und ggf. mit Wachs verschlossen. Es kann auch eine Gegenzunge geschnitten werden, um die Verbindung zu stärken. Vor allem im Außenbereich sollten die Triebe durch Bambusstangen oder ähnliches stabilisiert werden, damit kein Windbruch entsteht.

Die Pflanzen sollten für die Ablaktion voll im Saft stehen. Der Richtige Zeitpunkt für die Ablaktion ist daher der frühe Sommer, wenn die Pflanzen zu wachsen beginnen und bald darauf mit dem Dickenwachstumbeginnen.

Anwendungsbereiche der Ablaktion

Die Ablaktion wird u.a. bei Bonsai und anderen eher seltenen Zierpflanzen von geringer Produktionsmenge eingesetzt, und ansonsten bei solchen Pflanzen angewandt, deren Reiser sehr dünn sind und/oder nach dem Veredeln schnell abstürben. Hier kann das Ergebnis durch Ablaktion deutlich verbessert werden.

Natürlich kann man durch Ablaktion, genauso wie bei allen anderen Veredelungsarten, nur Pflanzen veredeln die zueinander passen. Das sind i.d.R. Pflanzen gleicher Art oder zumindest gleicher Gattung. Das Anwachsergebnis ist ebenfalls wieder artspezifisch besser oder schlechter, im allgemeinen aber recht gut, wenn auch umständlich. Bei Bonsai-Fächerahornen wurden sehr gute Ergebnisse erzielt.

Als im Gartenbau noch wenig Glashäuser verwendet wurden war diese Methode weiter verbreitet, da durch sie Gehölze wie u.a. Trauerbirken (Betula pendula „Youngii“), Trauer Lärchen (Larix kaempferie „Pendula“) oder Feldahorn (Acer campestre) Typen vermehrt werden konnten, die sich sonst nur schwer veredeln oder durch Stecklinge oder Steckhölzer nachziehen ließen. Viele solcher Gehölze werden heute aber unter Glas oder Folie veredelt oder gesteckt. Die Ablaktion ist heute aufgrund der umständlichen Arbeitsweise (man muss Unterlagen und Mutterpflanzen dicht zusammenbringen) und der insgesamt geringen Stückzahlen eine eher weniger verwendete Methode. Zudem ist eine Bruchgefahr im Freiland nicht auszuschließen.

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