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Die Veredelung

Durch das Veredeln werden aus wilder Unterlage und Edelreis eine Einheit - Eine Edelsorte entsteht!
Durch das Veredeln werden aus wilder Unterlage und Edelreis eine Einheit - Eine Edelsorte entsteht!

Das Veredeln ist eine spezielle Form der Vegetativen Vermehrung, bei der Pflanzen aus Pflanzenteilen, und nicht aus Samen gezogen werden. Die Methode der Veredelung ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Ohne sie gäbe es sehr viele Obstsorten und Zierpflanzen nicht, da es sich dabei um reine Zuchtformen oder Selektionen handelt, die ihre speziellen Eigenschaften durch Samen nicht weitergeben.

Mit etwas Geschick kann jeder Hobbygärtner einige der gängigen Veredelungsarten schnell erlernen und im eigenen Garten praktizieren. Die Anwachsergebnisse von Veredelungen variieren je nach Pflanzenart und -sorte und sind zudem vom Geschick und der sauberen Arbeitsweise des Veredlers abhängig.

Grundsätzlich kann man natürlich nur Pflanzen einer gleichen Gattung veredeln bzw. in einigen Fällen nur auf sehr nah verwandte Arten. So kann man Edelreiser von Wallnüssen nur auf Wallnusssämlinge veredeln, Ahorne nur auf Ahorne, Rosen nur auf Rosen und Apfelsorten nur auf Apfelsämlinge veredeln. Birnen und Mispeln hingegen werden auf die der Birne nahe verwandte Quitte veredelt, während man Sorten der Quitten selbst auf Weißdornsämlinge veredelt.

Warum wird veredelt?

Durch die Veredelung werden die spezifischen Eigenschaften einer Pflanze (Mutterpflanze) vermehrt und weitergegeben. Dabei handelt es sich meist um Geschmack oder Aussehen von z.B. Obst oder Rosen. Es können aber auch andere Eigenschaften sein, die weitergegeben werden sollen, wie z.B. der besondere Wuchs einer Linde oder eines Ahorns, die spezielle Laubfarbe eines rotlaubigen Gehölzes oder eine Hänge- oder Säulenform einer Kirsche oder Koniferenart .
Diese bestimmten Eigenschaften einer Sorte würden durch eine Vermehrung durch Samen je nach Art teilweise oder komplett verloren gehen, da sich die Gene der Eltern einer Pflanze in den Samen (geschlechtliche Vermehrung) mehr oder weniger stark aufspalten, und nicht zu 100% die Erbanlagen der Mutterpflanze wiederspiegeln. Eine Obstsorte würde also durch Aussaat in ihrer Form und Eigenschaft ganz verloren gehen.

Insbesondere bei Obst oder Rosen-Sorten würde eine Aussaat der Samen niemals die gewünschte Sorte Obstbaum oder Rose hervorbringen, wie die, von der die Samen stammen. Die Ergebnisse könnten bestenfalls ähnliche Sorten hervorbringen, vielleicht auch - wenngleich auch von sehr geringer Wahrscheinlichkeit - eine bessere Sorte, als die, von der die Samen stammen Oder - und das wäre das Ergebnis der meisten Aussaaten - eher eine Variante der Wildform wiedergeben. Niemals aber die gleiche Art.

Warum veredeln und nicht Steckhölzer oder Stecklinge?

Austrieb eines Edelauges einer Esskastanie (Castanea sativa) das durch Chippen engesetzt wurde
Austrieb eines Edelauges einer Esskastanie (Castanea sativa) das durch Chippen engesetzt wurde

Veredelt wird meistens immer dann, wenn andere Methoden, die sonst sogar einfacher wären, wie z.B. Stecklinge oder Steckhölzer stecken, das gewünschte Ergebnis nicht liefern können. Manche Pflanzen lassen sich nur durch Veredelung vermehren und nur sehr schwer oder mit sehr schlechten Anwachsergebnissen durch andere Vermehrungs-Methoden vermehren.
Andere Pflanzen können zwar neben der Veredelung ebenfalls durch Stecklinge oder Steckhölzer vermehrt werden und wachsen dann mitunter sogar besser an, erbringen dann aber wiederum nicht die gewünschte Blüheigenschaft oder Fruchtleistung oder sonstige Eigenschaften.

Die Methoden der Vermehrung können daher je nach Art und Sorte einer Pflanze sehr unterschiedlich sein. Diese alle hier aufzuführen würde die Seite vollkommen unübersichtlich machen, so lang wäre die Liste. Im Einzelfall kann man aber die spezifischen Vermehrungsmethoden einer bestimmten Pflanze auf der Seiten der einzelnen Pflanze finden. Die Pflanzen wiederum findet man in den Pflanzenlisten im Pflanzenatlas.

Wie wird veredelt?

Beim Veredeln werden Teile einer Pflanze, deren spezielle Eigenschaften man weitervermehren will, auf eine Unterlage (meistens eine Wildform) durch einen kleinen chirurgischen Eingriff aufgesetzt. Diese besonderen Eigenschaften können z.B. Wuchs, Blatt- oder Blütenform sein, wie bei Rosen, oder die Früchte bei speziellen Obstsorten.
Es werden quasi zwei Pflanzen miteinander verbunden. Die untere bildet den Wurzelteil und versorgt den oben aufgesetzten Zweig der Edelpflanze (Edelreis) mit Wasser und Nährstoffen. Das aufgepflanzte Edelreis enthält exakt die gleichen Erbanlagen der Mutterpflanze, von der das Reis stammt und bildet nun die gleichen Eigenschaften aus. So wächst ein Baum, der genau die gleichen Blüten oder Früchte hervorbringt, wie die Mutterpflanze.

Es gibt vier grundlegende Methoden der Veredelung:

Ablaktion  |  Chip-Methode  |  Kopulation  |  Okulation

Folgende Methoden der Veredelung wendet man an für...

Rosen

=

Okulation (fast ausschließlich). Bei Stecklingen oder Steckhölzern ist das Wachstum oder die Blüte oft nicht ideal

Bäume

=

Okulation  /  Kopulation  /  Chip-Methode

Äpfel

=

Okulation  /  Kopulation  /  Chip-Methode

Kirschen

=

Kopulation

Wein

=

Kopulation (fast ausschließlich Omegaschnitt-Veredelungen)

Die obige Darstellung trifft es sehr allgemein. Verschiedene Typen oder Sorten ein und der selben Art können nach ihren Anforderungen auch sehr verschiedene Methoden der Vermehrung haben.

Welche Veredelungsunterlagen es gibt finden Sie unter Veredelungsunterlagen

Genauere Details finden Sie auf den Seiten der entsprechenden Pflanzen, die Sie vermehren wollen.
Die Pflanzen finden Sie in den Pflanzenlisten des Pflanzen Atlas.

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